Öffentliche Mittagspause am Tag des Grundgesetzes
23.5.2017, 11:55 Uhr, u.a. in Stuttgart


Demokratie braucht wache, engagierte Demokratinnen und Demokraten!
Die erstarkten rechtspopulistischen Tendenzen in Deutschland, Europa und darüber hinaus lassen deutlich werden: Demokratie und eine offene Gesellschaft sind keine Selbstverständlichkeit. Sie sind gefährdet, wenn sich ihre Bürgerinnen und Bürger nicht aktiv dafür einsetzen. Es gilt Farbe zu bekennen für die repräsentative Demokratie und eine offene Gesellschaft .
Der 23. Mai bietet sich für ein solch öffentliches Bekenntnis besonders an. An diesem Tag jährt sich die feierliche Verkündigung des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland. In dessen Präambel heißt es:
„Im Bewusstsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen, von dem Willen beseelt, als gleichberechtigtes Glied in einem vereinten Europa dem Frieden der Welt zu dienen, hat sich das Deutsche Volk kraft seiner verfassungsgebenden Gewalt dieses Grundgesetz gegeben.“
Laut Art. 3, des GG darf niemand „wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden.“ Auch die Meinungs- und Pressefreiheit wie auch das Asylrecht für politisch Verfolgte gehören zu den Grundlagen unserer Demokratie.
Wir wollen am Jahrestag des Grundgesetzes 5 vor 12 Uhr für eine Stunde zu einer öffentlichen Mittagspause zusammenkommen, um als wache Demokratinnen und Demokraten Farbe zu bekennen zu einer offenen Gesellschaft in demokratischer Verfassung.
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                        Karlheinz Heiss aus Ammerbuch-Entringen:

                 „Der Familienbund steht wie eine Art Scharnier
                          zwischen Kirche und Gesellschaft.“

„Mein Verband und ich“: Karlheinz Heiss Vorstandsvorsitzender des Familienbundes der Diözese Rottenburg-Stuttgart

Ich engagiere mich für den Familienbund der Katholiken. Außerdem bin ich noch Direktor der Musikschule in Rottenburg am Neckar. Mein Verband kümmert sich um sämtliche Belange von Fami-lien in Gesellschaft und Kirche. Meine Aufgabe beim Familienbund ist Vorsitzender des Vorstands des Familienbundes der Diözese Rottenburg-Stuttgart. So bin ich zum Familienbund gekommen: Eine Mitarbeiterin des Fachbereichs Ehe und Familie am Bischöflichen Ordinariat hat mich direkt angesprochen, ob ich mitmachen will. Das Besondere am Familienbund ist für mich, dass der Familienbund in einer Art Scharnier zwischen Kirche und Gesellschaft steht. Das treibt mich an: Die Begeisterung für Themen im Zusammenhang mit Familie und die spürbare Notwendigkeit, den Wert der Familie für Gesellschaft und Kirche zu verdeutlichen. Das bremst mich: Das Unvermögen (oder die Böswilligkeit) von Entscheidungsträger/innen, sich den Tatsachen zu stellen, sie sinnvoll einzuordnen und sich für zukunftsorientierte Lösungen einzusetzen. Eine tolle Erfahrung/Veranstaltung/Begegnung war für mich das nachapostolische Schreiben von Papst Franziskus, der in einer verständigen und verständlichen Sprache die Katechismus-Theologie auf die Botschaft der Barmherzigkeit hin hinterfragt.
Für die Zukunft wünsche ich mir eine offene Gesellschaft und eine offene Kirche, die sich den Sorgen der Menschen stellt und die unantastbare Würde des Menschen gegen alle einengenden Ideologien verteidigt.
                                                     Auszug aus "Blitzlicht" Nr. 73, März/April 2017
                                                     der AKO, Arbeitsgemeinschaft katholischer
                                                     Organisationen und Verbände
                                                     Diözese Rottenburg-Stuttgart
                                                     www.ako-drs.de

 

 

 

Familienbund begrüßt die klare Haltung von Bischof Fürst zum
Diakonat der Frau
, Pressemitteilung 

Der Familienbund der Katholiken in Baden-Württemberg zeigt sich hocherfreut über die Haltung von Bischof Fürst aus Rottenburg-Stuttgart zum Diakonat der Frau.

In einer Pressemitteilung anlässlich des 100. Geburtstags des katholischen deutschen Frauenbundes positionierte sich Fürst eindeutig und sieht sogar einen Vorrang für das Amt der Diakonin vor einer Weihe von sogenannten "bewährten Männern ("viri probati").

"Ein eindeutiges Zeichen für die Gleichwertigkeit der Geschlechter, ein Hören auf die Zeichen der Zeit und ein Schritt in die richtige Richtung!", so bewertet der Landesvorsitzende Stephan Schwär die Haltung von Bischof Fürst. "Wir hoffen und wünschen, dass sich andere Bischöfe diesem Votum anschließen. Es ist höchste Zeit auch in der Kirche wahrzunehmen und nachzuvollziehen, was in der Gesellschaft längst angekommen ist", so Schwär weiter. In keinem Feld gesellschaftlichen und beruflichen Lebens würden Frauen noch so ausgegrenzt wie in der katholischen Kirche. Auch eine regionale Differenzierung und damit einen jeweils eigenen und an der Kultur des jeweiligen Landes ausgerichteten Weg kann sich der Familienbund gut vorstellen. "Papst Franziskus macht in "amoris laetitia" deutlich, dass für ihn Lösungen vor Ort kein Aushebeln der Einheit der Kirche sind. Die Glaubwürdigkeit unserer Botschaft und unserer Werte wird auch am Umgang mit der Rolle der Frau in der Kirche gemessen." , davon ist der Familienbund überzeugt. "Eine deutsche Entscheidung für den Frauendiakonat ist deshalb ein wichtiger Schritt zur Öffnung der Kirche hin zu den Menschen."
                                                                 Freiburg/Rottenburg, 03. April 2017

 

 

 

Familienbund unterstützt Erzbischof Marx in seinen Überlegungen,
Laien als Gemeindeleiter einzusetzen
, Pressemitteilung

Neue Wege hat der Erzbischof von München-Freising angekündigt. "Kirche müsse vor Ort sichtbar bleiben, auch bei sinkender Priesterzahl." wird er in der Süddeutschen Zeitung zitiert. Das Rezept liest sich einfach und ist doch bahnbrechend. „Das wäre auch eine richtige und wichtige Überlegung und Entscheidung für die beiden Baden-Württembergischen Diözesen Rottenburg-Stuttgart und Freiburg“, ist der Landesvorstand des Familienbunds der Katholiken in Baden-Württemberg überzeugt.

Anstatt auf immer größere Verwaltungseinheiten zu setzen, denen zwingend ein Pfarrer vorstehen muss, sollen nun Laien die Gemeinden leiten. "Not gebiert manchmal auch die richtigen Lösungen", sagt Stephan Schwär, Landesvorsitzender des Familienbundes in Baden-Württemberg. "Darauf zu setzen, dass der Priestermangel in den kommenden Jahren weniger wird, hieße die Augen vor der Realität verschließen.“ Der von Kardinal Marx vorgeschlagene Weg wird zu einem Umdenken in den Gemeinden beitragen, davon ist Schwär überzeugt. "Die Pfarrer vor Ort beklagen den jetzigen Zustand. Spiritualität und pastorale Aufgaben müssen zurückstehen, weil finanzielle und personelle Verantwortlichkeiten so großen Platz beanspruchen. In dieser Einschätzung sind sich Priester und Laien ziemlich einig." Die wichtigste Aufgabe von Kirche sei es aber nach wie vor, nahe bei den Menschen zu sein, formuliert der Landesvorstand.

Der Mangel an Nähe macht sich vor allem für Kinder und ältere Menschen bemerkbar. „Wer nicht so mobil ist, braucht Kirche im Nahraum.“, davon ist der Landesvorstand überzeugt.

Dem Familienbund geht es bei der Unterstützung nicht um ein Gegeneinander von Priestern und Laien. Vielmehr mache der Vorschlag von Kardinal Marx ernst mit der Überzeugung des Zweiten Vatikanischen Konzils, die das allgemeine Priestertum aller Gläubigen betont. "Die Frage, wer eine Gemeinde leiten soll, darf nicht zu einer Konkurrenzsituation werden. Nur im gedeihlichen Zusammenwirken von Priestern und Laien hat die katholische Kirche die Möglichkeit, sichtbar zu bleiben und für ihre Werte einzutreten. Wer in die Welt schaut, sieht sofort, wie wichtig das ist."   
                                                                 Freiburg/Rottenburg, 27. März 2017